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Mit viel Gefühl und Fantasie, mit Charakter und Charme

Buchen. (adb) „Rhapsody in Green“: Unter diesem Motto setzte ein Konzert am Sonntag die Reihe „Buchen in Concert“ fort. Das tat es auf alles andere als alltägliche
Weise, mit viel Gefühl und Fantasie, mit Charakter und Charme: Die profilierten Harfenistinnen Agnès Clément und Magdalena Hoffmann reüssierten im Atrium des Burghardt-Gymnasiums mit einer poetischen Klangreise zwischen Jazz, Blues, Filmmusik und klassisch-romantischen Werken – Musik, die das Herz berührte.
So konnte das geneigte Publikum nach der sympathischen Selbstvorstellung beider Instrumentalistinnen seinen Emotionen freien Lauf lassen: Man konnte in die Musik eintauchen, ohne sich in Gedanken zu verlieren. Das Programm bestand aus sieben Hymnen, die für sich sprachen – so unterschiedlich sie auch waren, so sehr harmonierten sie miteinander.
Zunächst erfreute das „Prélude Nr. 2“ des amerikanischen Pianisten George Gershwin, das Agnès Clément speziell für die Harfen neu abgefasst hatte – mitreißend
und verträumt in einem; eine gelungene und vielversprechende Ouvertüre.
Fortgesetzt wurde das Konzert mit der „Rhapsodie es-Moll“ (op. 11, Nr. 4) nach Ernst von Dohnányi: eine sanfte Komposition, die von Magdalena Hoffmann „dechiffriert“ wurde – die große Kunst bestand hier darin, dass ursprünglich für gänzlich andere Instrumente komponierte Stücke für die Harfe umgeschrieben werden mussten.
Anspruchsvoll wie ansprechend geriet auch das rund zehnminütige Solostück Agnès Cléments: Gekonnt interpretierte die nicht nur beim renommierten ARD-Musikwettbewerb preisgekrönte Virtuosin das von Henriette Renié verfasste Werk „Légende d’après Les Elfes de Leconte de Lisle“ – mal elegisch und schwer wie ein Requiem, dann wieder schwebend und fragil.
Mit einer Verbeugung vor dem 2012 verstorbenen Altmeister Dave Brubeck klang der erste Teil stilsicher aus: „Points Of Jazz“ erwies sich als kontrastreiche Darbietung; konzentriert, ohne unterkühlt zu sein – überhaupt lebte die „Rhapsody in Green“ von ihrer Vielfalt und der von beiden Musikerinnen demonstrierten Liebe zu ihren Instrumenten und den präsentierten Werken.
Nach kurzer Pause – die Bewirtung lag einmal mehr in den Händen des Fördervereins der JMK-Musikschule, was den Rahmen für manches gute Gespräch bildete – wurde das Konzert eindrucksvoll fortgeführt. „Green Valley“ von Roy Agnew verstand sich im übertragenen Sinne als Namensgeber des Abends, während die vom britischen Komponisten Benjamin Britten verfasste „Suite for Harp (op. 83)“ als Solobeitrag Magdalena Hoffmanns beeindruckte.
Mit der „Rhapsody in Blue“, wiederum von Agnès Clément für die Harfe neu arrangiert, klang der genussreiche Abend aus – in der Freude auf ein Wiederhören, freilich flankiert von reichem Beifall.

RNZ vom 18. März 2026 - Adrian Brosch